Anwendung

Netzanschluss für Ladeparks

Über die Anschlussleistung eines Ladeparks entscheidet nicht die Zahl der Ladepunkte, sondern die angenommene Gleichzeitigkeit. Was dabei angesetzt wird, lässt sich am Transformator nachträglich nicht zurückholen.

Grüne Ortsnetzstation mit Lüftungstüren auf einem Betonsockel zwischen Hecken

Zustimmung des Netzbetreibers ab 12 kVA

In der Niederspannung sind Ladeeinrichtungen vor Inbetriebnahme anzuzeigen. Übersteigt die Summen-Bemessungsleistung je elektrischer Anlage 12 Kilovoltampere, kommt nach NAV § 19 Absatz 2 eine Zustimmungspflicht hinzu, und der Netzbetreiber muss innerhalb von zwei Monaten antworten.

Übersteigt der Bedarf die in der Niederspannung verfügbare Leistung, wird der Ladepark über eine eigene Netzstation an die Mittelspannung angeschlossen. Dann gelten die technischen Anschlussregeln der Mittelspannungsebene.

Gleichzeitigkeit als Auslegungsgröße

Bei einer gewöhnlichen Gebäudelast darf mit Ungleichzeitigkeit gerechnet werden. Bei Ladeinfrastruktur ist dieser Spielraum kleiner, weil VDE-AR-N 4100 verlangt, dass Leitung und Zählerplatz jeder Ladeeinrichtung für den Dauerbetriebsstrom bemessen werden. Was an der einzelnen Ladeeinrichtung als Dauerlast ausgelegt werden muss, fehlt am Transformator als thermische Reserve.

Deshalb liegt die Auslegung näher an der Summe der Anschlusswerte als bei jeder anderen gewerblichen Last vergleichbarer Größe.

§ 14a EnWG und öffentliche Ladepunkte

Die Bundesnetzagentur stellt fest, dass öffentlich zugängliche Ladepunkte im Sinne der Ladesäulenverordnung von den Regelungen zur Integration steuerbarer Verbrauchseinrichtungen nicht umfasst sind. Ein öffentlicher Ladepark erhält damit weder das reduzierte Netzentgelt noch die Möglichkeit, Anschlussleistung gegen eine Steuerbarkeit einzutauschen.

Praktisch muss deshalb die volle Anschlusskapazität beschafft werden. Den Baukostenzuschuss erhebt der Netzbetreiber in der Niederspannung nach Darstellung der Bundesnetzagentur nur auf den Leistungsanteil oberhalb von 30 Kilowatt. Bei einer späteren Leistungserhöhung oder einem Wechsel der Anschlussebene kann er erneut anfallen.

Was wir für eine belastbare Auslegung brauchen

  1. Anzahl und Nennleistung der Ladepunkte, getrennt nach Wechselstrom und Gleichstrom
  2. Die angenommene Gleichzeitigkeit und woraus sie abgeleitet ist
  3. Ob die Ladepunkte öffentlich zugänglich sind
  4. Vorhandene Anschlussleistung am Standort und ob eine Erhöhung beantragt ist
  5. Aufstellort der Station, Zufahrt für die Anlieferung und Aufstellbedingungen

Quellen

VorschriftWas dort geregelt ist
NAV § 19 Abs. 2Anzeige vor Inbetriebnahme, Zustimmung oberhalb 12 kVA Summen-Bemessungsleistung, Antwort binnen zwei Monaten
VDE-AR-N 4100Bemessung von Leitung und Zählerplatz für den Dauerbetriebsstrom der Ladeeinrichtung
EnWG § 14a und LadesäulenverordnungÖffentlich zugängliche Ladepunkte sind von den Regelungen zu steuerbaren Verbrauchseinrichtungen nicht umfasst, nach Darstellung der Bundesnetzagentur

Den Wortlaut der Ladesäulenverordnung § 2 Nr. 5 haben wir einer Veröffentlichung der Bundesnetzagentur entnommen und nicht an der amtlichen Fassung geprüft.

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