Betriebsmittel

Transformatoren für die Mittelspannung

Verteiltransformatoren in der Normreihe von 630 bis 2500 kVA, als Gießharz- oder Öltransformator, ausgewählt nach Leistung, Spannungspaar und Aufstellbedingungen.

Ein Transformator wird über vier Entscheidungen in fester Reihenfolge ausgewählt. Die Bemessungsleistung folgt aus der Last und aus dem Anlaufverhalten des größten Motors. Das Spannungspaar folgt oberspannungsseitig aus dem Netzbetreiber und unterspannungsseitig aus der Installation. Die Bauart, trocken oder ölgefüllt, folgt aus dem Aufstellort und aus der Frage, ob Öl dort zulässig ist. Alles Weitere ergibt sich daraus.

Normreihe und Bemessungsstrom

BemessungsleistungBemessungsstrom bei 400 VOberspannungUnterspannungDatenblatt
630 kVA909 A10 kV / 20 kV400 V / 231 Vauf Anfrage
800 kVA1155 A10 kV / 20 kV400 V / 231 Vauf Anfrage
1000 kVA1443 A10 kV / 20 kV400 V / 231 Vauf Anfrage
1250 kVA1804 A10 kV / 20 kV400 V / 231 Vauf Anfrage
1600 kVA2309 A10 kV / 20 kV400 V / 231 Vauf Anfrage
2000 kVA2887 A10 kV / 20 kV400 V / 231 Vauf Anfrage
2500 kVA3608 A10 kV / 20 kV400 V / 231 Vauf Anfrage

Oberspannung und Schaltgruppe

Die Oberspannung ist keine Auswahl. Sie ist die Spannung, mit der der Verteilnetzbetreiber am Übergabepunkt arbeitet, in Deutschland meist 10 kV oder 20 kV, und sie steht in den Anschlussbedingungen. Ein Transformator, der gegen eine falsche Annahme bestellt wurde, muss umgebaut werden.

Für die Schaltgruppe gilt dasselbe. Wenn ein Transformator parallel zu einem bestehenden Gerät arbeiten soll oder wenn der Netzbetreiber eine bestimmte Sternpunktbehandlung vorgibt, ist die Schaltgruppe durch die Anlage festgelegt und nicht durch Präferenz.

Was die Anschlussbedingungen festlegen

GrößeFestgelegt durch
OberspannungDen Verteilnetzbetreiber am Übergabepunkt
KurzschlussfestigkeitDie Netzkurzschlussleistung an dieser Stelle
SchutzkonzeptDie technischen Anschlussbedingungen des Netzbetreibers
Lage der MessungDen Netzbetreiber, mit Auswirkung auf die Schaltanlage statt auf den Transformator

Die Anwendungsregel für den Anschluss an das Mittelspannungsnetz ist VDE-AR-N 4110. Darüber hinaus veröffentlicht jeder Netzbetreiber eigene technische Anschlussbedingungen.

Bauarten

BauartTypische AufstellungGrund der Wahl
Gießharz, trockenInnen, in genutzten GebäudenKein Öl, geringere Brandlast, keine Auffangwanne
Öl, MineralölAußen oder im eigenen TransformatorenraumGünstiger je kVA und meist bessere Verlustwerte
Öl, EsterWo Brandschutz oder Gewässerschutz maßgeblich istHöherer Brennpunkt und bessere biologische Abbaubarkeit

Die Verlustklassen sind über die Ökodesign-Verordnung 548/2014, geändert durch 2019/1783, geregelt. Die früher dazu herangezogene EN 50588-1 wurde 2020 zurückgezogen und durch die Reihe EN 50708 ersetzt. Welche Klasse ein Projekt braucht, ist zuerst eine Frage der Konformität und erst danach eine kaufmännische.

Angaben für ein belastbares Angebot

01Bemessungsleistung in kVA, oder die Anschlussleistung und der größte Motor, falls die Leistung noch nicht feststeht
02Ober- und Unterspannung, Phasenzahl und Frequenz
03Aufstellung innen oder außen, und ob Öl am Standort zulässig ist
04Umgebungsbedingungen, Aufstellhöhe und mögliche Staub- oder Korrosionsbelastung
05Gewünschter Inbetriebnahmetermin, und ob eine Übergangsversorgung erforderlich ist
06Der zuständige Netzbetreiber, sofern bereits eine Netzanschlussanfrage läuft

Weiterführend

Diese Konfiguration anfragen

Leistung, Spannungsebene und Aufstellort genügen für den ersten Schritt. Fehlende Angaben werden benannt, bevor daraus ein Terminproblem wird.