Anwendung

Stromversorgung und Netzanschluss für das Rechenzentrum

Ein Rechenzentrum wird als Kundenanlage angeschlossen, eine eigene Anschlussregel gibt es dafür nicht. Ausgelegt wird seine Versorgung nach dem Redundanzkonzept.

Zwei weinrote belüftete Transformatorgehäuse auf einer gepflasterten Fläche neben einem Rechenzentrumsgebäude

Gesetzliche Definition ab 300 kW

Das Energieeffizienzgesetz definiert ein Rechenzentrum in § 3 Nummer 24 über eine nicht redundante elektrische Nennanschlussleistung ab 300 Kilowatt. Für den Betreiber der Informationstechnik innerhalb eines Rechenzentrums setzt § 3 Nummer 4 die Schwelle bei 50 Kilowatt an.

Der Bezug auf die nicht redundante Leistung ist wichtig, denn nach genau dieser Größe wird auch elektrotechnisch ausgelegt.

Das Redundanzkonzept bestimmt die Bemessungsleistung

In einer Anordnung mit N+1 oder 2N müssen die verbleibenden Stränge im Fehlerfall die gesamte Last aus Informationstechnik und Kühlung tragen. Die Bemessungsleistung eines einzelnen Transformators folgt deshalb nicht aus der mittleren Belastung im Normalbetrieb, sondern aus dem Fall, für den die Redundanz vorgesehen ist.

Ein häufiger Fehler ist die Auslegung nach der geteilten Last. Er fällt erst im Fehlerfall auf, also genau dann, wenn die Redundanz greifen soll.

Vereinbarte Anschlussleistung und flexible Begrenzung

Nach § 17 Absatz 2b EnWG kann der Netzbetreiber eine flexible Netzanschlussvereinbarung anbieten und damit eine statische oder dynamische Begrenzung der maximalen Entnahme- oder Einspeiseleistung verlangen. Wer seinen Kunden Verfügbarkeit zusagt, muss diese Bedingung vor Vertragsschluss kennen.

Hinzu kommen Effizienzpflichten nach § 11 Absatz 2 EnEfG. Rechenzentren, die ab dem 1. Juli 2026 den Betrieb aufnehmen, müssen eine Energieverbrauchseffektivität (PUE) von höchstens 1,2 erreichen. Der Anteil wiederverwendeter Energie muss mindestens 10 Prozent betragen, ab dem 1. Juli 2027 mindestens 15 Prozent und ab dem 1. Juli 2028 mindestens 20 Prozent. Diese Werte bestimmen das Kühlkonzept und damit die Last, nach der der Transformator ausgelegt wird.

Vom Netzanschluss bis zum Rack

Was wir für eine belastbare Auslegung brauchen

  1. Nicht redundante Nennanschlussleistung und das gewählte Redundanzkonzept
  2. Die Last aus Informationstechnik und die Last aus Kühlung, getrennt angegeben
  3. Ob eine flexible Netzanschlussvereinbarung angeboten oder gefordert wurde
  4. Ober- und Unterspannung sowie die geplante Anzahl der Einspeisungen
  5. Aufstellort, Brandschutzanforderung und ob Öl am Aufstellort zulässig ist

Quellen

VorschriftWas dort geregelt ist
EnEfG § 3 Nr. 24Rechenzentrum, definiert ab 300 kW nicht redundanter elektrischer Nennanschlussleistung
EnEfG § 3 Nr. 4Betreiber von Informationstechnik, Schwelle 50 kW
EnEfG § 11 Abs. 2Energieverbrauchseffektivität und Anteil wiederverwendeter Energie nach Datum der Betriebsaufnahme
EnWG § 17 Abs. 1 und § 19 Abs. 1Anschluss als Kundenanlage und die technischen Anschlussbedingungen des Netzbetreibers
EnWG § 17 Abs. 2bFlexible Netzanschlussvereinbarung mit Leistungsbegrenzung

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