Transformatoren
Öltransformator für die Mittelspannung
Ein Öltransformator nutzt seine Isolierflüssigkeit zugleich zum Isolieren und zum Kühlen. Im Freien und im eigenen Transformatorenraum ist er die übliche Wahl, und nach der Leistung entscheiden Sie als Erstes über die Flüssigkeit.

- Isolierflüssigkeit
- Mineralöl oder EsterEster, wo Brandschutz oder Gewässerschutz es verlangen
- Kessel
- hermetisch oder mit Ausdehnungsgefäßje nach Leistung und Wartungskonzept
- Kühlung
- ONAN, bei größeren Einheiten ONAFnach Lastprofil
- Aufstellung
- außen oder im TransformatorenraumAuffangwanne nach den Vorgaben am Standort
- Verlusthöchstwerte
- EU 548/2014, Tabelle I.1Stufe 2 seit 1. Juli 2021
Mineralöl oder Ester
Mineralöl ist die herkömmliche Füllung und in der Regel die günstigere. Natürliche und synthetische Ester haben einen höheren Brennpunkt und sind besser biologisch abbaubar. Gewählt werden sie, wenn ein Brandschutzkonzept, eine Lage im Wasserschutzgebiet oder die Umweltvorgabe des Betreibers das verlangt.
Welche Rückhalteeinrichtung die Füllmenge braucht, legt das Wasserrecht am Aufstellort fest, und Ihre Planung klärt das vor der Bestellung. Die Füllmenge selbst steht im Datenblatt des angebotenen Geräts.
Hermetisch oder mit Ausdehnungsgefäß
| Bauform | Wie die Ausdehnung aufgenommen wird | Was daraus folgt |
|---|---|---|
| Hermetisch geschlossen | Der Wellwandkessel nimmt die Volumenänderung selbst auf, die Flüssigkeit hat keinen Kontakt zur Außenluft | Luftentfeuchter und Überwachung des Ölstands entfallen |
| Mit Ausdehnungsgefäß | Ein eigenes Gefäß über dem Kessel nimmt die Ausdehnung auf und atmet über einen Luftentfeuchter | Buchholzrelais und Ölstandsanzeige sind üblich, der Entfeuchter gehört zur Wartung |
Welche Bauform ein Hersteller für die gewünschte Leistung anbietet, steht in seinem Angebot. Die Schutzeinrichtungen richten sich nach dem Schutzkonzept.
Öltransformator oder Trockentransformator
| Kriterium | Öltransformator | Gießharztransformator |
|---|---|---|
| Typische Aufstellung | Außen oder im eigenen Transformatorenraum | Innen, auch in genutzten Gebäuden |
| Brandlast | Isolierflüssigkeit im Gebäude oder am Standort | Keine Isolierflüssigkeit |
| Rückhaltung | Auffangwanne nach den Vorgaben am Standort | Entfällt |
| Leerlaufverluste, Höchstwert bei 630 kVA | ≤ 540 W | ≤ 990 W |
| Leerlaufverluste, Höchstwert bei 1000 kVA | ≤ 693 W | ≤ 1.395 W |
| Anschaffung je kVA | In der Regel niedriger | In der Regel höher |
Höchstwerte nach EU 548/2014 in der Fassung von EU 2019/1783, Stufe 2. Das angebotene Gerät liegt mit seinen Verlusten auf oder unter diesen Grenzen.
Datenblattwerte, die schon vor dem Angebot feststehen
| Bemessungsleistung | Bemessungsstrom bei 400 V | Kurzschlussverluste Pk, Höchstwert | Leerlaufverluste P0, Höchstwert |
|---|---|---|---|
| 630 kVA | 909 A | ≤ 4.600 W | ≤ 540 W |
| 800 kVA | 1155 A | ≤ 6.000 W | ≤ 585 W |
| 1000 kVA | 1443 A | ≤ 7.600 W | ≤ 693 W |
| 1250 kVA | 1804 A | ≤ 9.500 W | ≤ 855 W |
| 1600 kVA | 2309 A | ≤ 12.000 W | ≤ 1.080 W |
| 2000 kVA | 2887 A | ≤ 15.000 W | ≤ 1.305 W |
| 2500 kVA | 3608 A | ≤ 18.500 W | ≤ 1.575 W |
Strom berechnet als S / (√3 × U). Kurzschlussspannung, Abmessungen, Gewicht, Füllmenge und die Verlustwerte des Geräts stehen im Datenblatt des angebotenen Öltransformators, bei 630 kVA wie bei 1000 kVA.
Normen und Unterlagen
| Dokument | Inhalt |
|---|---|
| IEC 60076-1 | Allgemeine Anforderungen an Leistungstransformatoren |
| IEC 60076-7 | Belastungsleitfaden für mineralölgefüllte Transformatoren |
| EU 548/2014, geändert durch EU 2019/1783 | Verlusthöchstwerte, Tabelle I.1 für flüssigkeitsgefüllte Transformatoren |
| Datenblatt und Maßbild | Verlustwerte, Kurzschlussspannung, Abmessungen, Gewicht und Füllmenge; liegen dem Angebot bei |
| Stückprüfprotokoll | Ergebnis der Stückprüfung des gelieferten Geräts; kommt mit der Lieferung |
Was deutsche Netzbetreiber vom Öltransformator wollen
Die Muster-TAB Mittelspannung des BDEW empfiehlt Anzapfungen von ±5 % in Stufen von 2,5 % und verlangt umschaltbare Transformatoren, wo der Netzbetreiber eine Änderung der Versorgungsspannung plant. Westnetz will ihre Netze mit 6 bis 15 kV auf 20 kV umstellen und empfiehlt oberspannungsseitig auf 20 kV umschaltbare Geräte. MITNETZ STROM verlangt in Netzen unter 20 kV extern umschaltbare 20-kV-Transformatoren und setzt selbst fast nur noch regelbare Ortsnetztransformatoren ein.
Misst der Netzbetreiber auf der Niederspannungsseite, was Westnetz und MITNETZ STROM bis 630 kVA in Abstimmung zulassen, trägt der Kunde die Umspannverluste, und Westnetz verlangt dafür die Leerlauf- und Kurzschlussverluste des Transformators. Die erklärten Verluste im Datenblatt werden damit zur Abrechnungsgröße.
Angaben für ein belastbares Angebot
- Bemessungsleistung in kVA oder, falls sie noch offen ist, die Anschlussleistung und der größte Motor
- Ober- und Unterspannung, Schaltgruppe und der Stellbereich der Anzapfungen
- Isolierflüssigkeit (Mineralöl oder Ester) und die Anforderung an Brand- oder Gewässerschutz, aus der sie folgt
- Hermetisch oder mit Ausdehnungsgefäß, falls vorgegeben
- Aufstellung innen oder außen, Umgebungstemperatur, Aufstellhöhe und Belastung durch Staub oder Feuchte
- Die geforderte Verlustklasse oder eigene Verlustwerte
- Stückzahl, Lieferort und der Termin, zu dem das Gerät auf der Baustelle sein muss
Spezifikationsvorlage
Am Bildschirm oder von Hand ausfüllen und mit der Anfrage hochladen.
Häufige Fragen
Was unterscheidet einen Öltransformator von einem Trockentransformator?
Der Öltransformator kühlt und isoliert mit einer Flüssigkeit, der Trockentransformator mit Gießharz und Luft. Im Freien und im eigenen Raum ist Öl meist günstiger und hat die niedrigeren Leerlaufverluste. Gießharz kommt ohne Flüssigkeit aus und wird deshalb in genutzten Gebäuden bevorzugt.
Welche Datenblattwerte hat ein Öltransformator mit 630 kVA?
Fest stehen der Bemessungsstrom von rund 909 A bei 400 V und die Höchstwerte von 4.600 W Kurzschlussverlusten und 540 W Leerlaufverlusten. Kurzschlussspannung, Abmessungen, Gewicht und die Verlustwerte des Geräts stehen im Datenblatt, das dem Angebot beiliegt.
Wann ist eine Esterfüllung sinnvoll?
Immer dann, wenn Brandschutz, Gewässerschutz oder eine Umweltvorgabe es verlangen, etwa in einem Wasserschutzgebiet. Ester haben einen höheren Brennpunkt als Mineralöl und sind besser biologisch abbaubar.