
Stromerzeugung
Automatische Umschaltung für Netzersatzanlagen (ATS)
Bei der Umschaltung der Netzersatzanlage schaltet ein automatischer Netzumschalter die Last zwischen Netz und Aggregat oder zwischen zwei Quellen um. Sie werden nach Strom, Polzahl, Umschaltart und der geschalteten Last spezifiziert.
- Bemessungsstrom
- A, bei der geschalteten Spannung
- Polzahl
- 3, oder 4 mit geschaltetem Neutralleiternach der Netzform
- Umschaltart
- offen, verzögert oder geschlossennach Last und Netzbetreiber
- Gebrauchskategorie
- zum Beispiel AC-33BIEC 60947-6-1
- Kurzschlussfestigkeit
- kA, mit der vorgeschalteten Schutzeinrichtung
Der Netzumschalter bestimmt, wie die Last einen Netzausfall erlebt. Bei offener Umschaltung trennt er die eine Quelle, bevor er auf die andere schaltet. Die verzögerte Umschaltung fügt eine Pause ein, damit Motoren und Transformatoren zuerst ihre Restspannung abbauen. Bei geschlossener Umschaltung laufen beide Quellen kurz parallel, was eine Synchronisierung und oft die Zustimmung des Netzbetreibers erfordert.
Ob der Neutralleiter mitgeschaltet wird, folgt aus der Erdung des Generators. Ist der Sternpunkt am Aggregat geerdet, hält ein vierpoliger Umschalter die beiden Erdungspunkte getrennt und verhindert, dass sich der Neutralleiterstrom auf mehrere Wege aufteilt.
Was der Netzbetreiber zur Umschaltung sagt
Jedes fest installierte Notstromaggregat ist dem Netzbetreiber anzuzeigen, auch eines mit Kurzzeitparallelbetrieb bis 100 ms oder mit einem Umschalter mit drei Stellungen; so steht es in der Muster-TAB Mittelspannung des BDEW, die zum Beispiel die Netze BW übernimmt. Probeläufe parallel zum Netz brauchen nach dieser TAB kein Einheiten- oder Anlagenzertifikat; Dauer, Zeitpunkt und Einspeisung stimmen Sie mit dem Netzbetreiber ab.
Netzparallel läuft das Aggregat bei der geschlossenen Rückschaltung nur während der synchronisierten Umschaltung, und nach der von VDE FNN bereitgestellten VDN-Richtlinie soll das 100 ms nicht überschreiten. Zugeschaltet wird nur innerhalb von ±10 % Spannung, ±0,5 Hz und ±10° Phasenwinkel, und Synchronisierung und Schalten laufen automatisch. Im Gebiet der Netze BW gelten für Aggregate, die länger als 100 ms parallel laufen, alle Anschlussanforderungen an Erzeugungsanlagen.
Ohne Kurzzeitparallelbetrieb muss der Umschalter alle Pole einschließlich des Neutralleiters trennen und eine Mittelstellung haben, in der die Anlage von beiden Quellen getrennt ist. In Krankenhäusern werden die Umschalteinrichtungen nach DIN VDE 0100-710 alle zwölf Monate auf ihre Funktion geprüft.
Was festzulegen ist
| Merkmal | Übliche Optionen | Bestimmt durch |
|---|---|---|
| Bemessungsstrom | 125 A bis 4000 A | Last und gespeiste Sammelschiene |
| Polzahl | 3 oder 4 | Netzform beider Quellen |
| Umschaltart | Offen, verzögert, geschlossen | Motorlasten, USV-Eingang und Netzbetreiber |
| Quellen | Netz und Aggregat, Aggregat und Aggregat, zwei Netzeinspeisungen | Versorgungskonzept |
| Gebrauchskategorie | AC-31B, AC-32B, AC-33B | Ohmsche, gemischte oder Motorlasten |
| Kurzschlussfestigkeit | kA mit der vorgeschalteten Schutzeinrichtung | Kurzschlussstrom am Einbauort |
| Steuerung | Netzüberwachung, Test, Probelauf, Fernmeldung | Leittechnik des Standorts |
Maßgebliche Norm
| Norm | Inhalt |
|---|---|
| DIN EN IEC 60947-6-1:2023-12 | Niederspannungsschaltgeräte, Mehrfunktionsschaltgeräte: Netzumschalter |
Das Angebot bestätigt die Gebrauchskategorie, nach der der Umschalter geprüft ist.
Angaben für ein belastbares Angebot
- Bemessungsstrom und Spannung
- 3 oder 4 Pole und die Netzform beider Quellen
- Offene, verzögerte oder geschlossene Umschaltung
- Die geschalteten Lasten oder die Gebrauchskategorie aus der Spezifikation
- Kurzschlussstrom am Einbauort und die vorgeschaltete Schutzeinrichtung
- Kurzzeitparallelbetrieb bis 100 ms oder Umschaltung mit Mittelstellung, wie mit dem Netzbetreiber abgestimmt
- Gehäuse und die Anbindung der Steuerung an die Leittechnik des Standorts
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