Rechenzentrum

USV-Anlagen für das Rechenzentrum und kritische Lasten

Dreiphasige USV-Anlagen für das Rechenzentrum spezifizieren Sie nach Leistung, Topologie, Redundanz und Überbrückungszeit. Wir fragen die Hersteller an, deren Programm diese Anforderungen abdeckt.

Leistung
kVA und kWbeim Leistungsfaktor der Last
Topologie
Online-Doppelwandler (VFI)Klassifizierung nach IEC 62040-3
Redundanz
N, N+1, 2Nnach dem Planungskonzept
Überbrückungszeit
Minuten bei festgelegter Lastüberbrückt bis zum Aggregat
Batterie
Lithium-Ionen oder VRLAmit Batterieraum oder Batterieschrank

Eine USV im Rechenzentrum trägt die Last durch die Sekunden zwischen Netzausfall und Aggregat. Ihre Überbrückungszeit richtet sich deshalb nach Start und Umschaltung des Aggregats, mit Reserve, nicht nach Stunden Autonomie.

Redundanz ist eine Planungsentscheidung, nach der Sie die USV beschaffen. Bei N+1 hat das System ein Modul mehr, als die Last braucht. Jedes Modul trägt einen Anteil, und fällt eines aus, tragen die übrigen die ganze Last. Bei 2N trägt jedes von zwei vollständigen Systemen die ganze Last allein, versorgt über getrennte Wege.

Was festzulegen ist

MerkmalÜbliche OptionenBestimmt durch
LeistungkVA und kW je System oder ModulIT-Last und ihr Wachstum
TopologieOnline-Doppelwandler, Line-InteractiveGeforderte Qualität der Ausgangsspannung
RedundanzN, N+1, 2N, 2N+1Verfügbarkeitskonzept
Überbrückungszeit5 bis 15 Minuten bei Volllast sind im Rechenzentrum üblichStartzeit und Umschaltzeit des Aggregats
BatterieLithium-Ionen, VRLAStellfläche, Gewicht, Kühlung und Lebensdauer
BauweiseModular mit Hot-Swap oder monolithischAusbaupfad und Wartungspraxis
Spannung400 V dreiphasig am Eingang und AusgangDie Schaltanlage

N+1 und 2N

N+1, hier N = 2: drei Module, jedes für die halbe Last bemessenModul 150 %Modul 250 %Modul 350 %Last 100 %2N: zwei vollständige Systeme, jedes trägt allein die ganze LastSystem A100 %System B100 %Last mit zwei NetzteilenUSV-Redundanz, Schema
Schema. Bei N+1 ist jedes Modul für die Last geteilt durch N bemessen, und fällt eines aus, tragen die anderen die Last. Bei 2N trägt jedes System die ganze Last allein.

Umschaltzeiten nach DIN VDE

Versorgt die USV Einrichtungen für Sicherheitszwecke, gilt DIN VDE 0100-560:2022-10. Sie ordnet automatische Stromquellen nach ihrer höchsten Umschaltzeit in die Klassen A bis F und lässt in Sicherheitsstromkreisen weder Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen noch Brandschutzschalter zu.

In Krankenhäusern verlangt DIN VDE 0100-710:2012-10 für die dort gelisteten medizinischen Verbraucher die Umschaltung auf die Sicherheitsstromquelle in höchstens 0,5 Sekunden, und die Umschalteinrichtungen werden alle zwölf Monate auf ihre Funktion geprüft. Ein Aggregat allein erreicht diese Zeit nicht; die USV überbrückt sie.

Deutsche Fassungen der maßgeblichen Normen

NormWas sie für die USV regelt
DIN EN IEC 62040-3:2022-10 (VDE 0558-530)Leistungs- und Prüfanforderungen. Seit dieser Ausgabe hat der Klassifizierungscode sieben statt acht Zeichen, weil die Typprüfung mit nichtlinearem Lastsprung entfallen ist
DIN EN IEC 62485-2:2019-04 (VDE 0510-485-2)Stationäre Batterien bis 1500 V DC, Blei und NiCd oder NiMH, ausdrücklich auch in USV; Nachfolgerin der DIN EN 50272-2
DIN EN 50600-2-2:2019-08 (VDE 0801-600-2-2)Stromversorgung und Stromverteilung im Rechenzentrum

Ein Angebot, das noch einen achtstelligen Code nach der älteren Ausgabe nennt, ist nicht falsch, aber nicht direkt mit einem siebenstelligen vergleichbar.

Angaben für ein belastbares Angebot

  1. Ob Einrichtungen für Sicherheitszwecke angeschlossen sind, und welche Umschaltklasse gilt
  2. Last in kW und kVA, heute und im Endausbau
  3. Redundanz: N, N+1 oder 2N
  4. Überbrückungszeit bei festgelegter Last
  5. Batterietechnik und Aufstellort der Batterien
  6. Modular oder monolithisch
  7. Eingangs- und Ausgangsspannung und die Schaltanlage

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