Rechenzentrum

Schienenverteiler und Stromschienen für Rechenzentren

Schienenverteiler sitzen über den Rackreihen mit steckbaren Abgangskästen, in Steigeleitungen und an Transformatoren. Spezifiziert werden sie nach Strom, Leitermaterial und Trassenverlauf.

Bemessungsstrom
A, je Strang
Leiter
Kupfer oder Aluminium
Einsatz
Rackreihen, Steigeleitung, Transformatoranbindung
Abgangskästen
Anzahl und Bemessungfür Rackreihen
Norm
IEC 61439-6Schienenverteilersysteme

Über einer Rackreihe ersetzt der Schienenverteiler eine Kabeltrasse durch eine Schiene mit steckbaren Abgangskästen. So lässt sich ein Rack ohne Abschaltung anschließen oder umsetzen. In Steigeleitungen und zwischen Transformator und Hauptverteilung führen Stromschienensysteme Ströme, für die sonst viele parallele Kabel nötig wären.

Die Trasse ist die Spezifikation: gerade Elemente, Winkel, die Einspeisung und jeder Abgangskasten mit Bemessung und Schutzeinrichtung.

Was festzulegen ist

MerkmalÜbliche OptionenBestimmt durch
Bemessungsstrom160 A bis 6300 ALast je Strang
LeiterKupfer oder AluminiumGewicht, Baugröße und Kosten
Spannung und Netzsystem400 V, dreiphasig mit Neutral- und SchutzleiterDie speisende Verteilung
SchutzartIP54 oder IP55 in Steigeleitungen; niedriger bei ÜberkopftrassenDer Raum, durch den die Trasse führt
AbgangskästenAnzahl, Bemessung, Schutzeinrichtung, MessungDie versorgten Racks oder Verbraucher
KurzschlussfestigkeitkA für eine festgelegte DauerKurzschlussstrom am Einbauort

Ein Schienenverteilerstrang

EinspeisungSchienenverteilerAbgangRack-PDUAbgangRack-PDUAbgangRack-PDUAbgangRack-PDUAbgangRack-PDUSchienenverteiler mit Abgangskästen, Schema
Schema. Eine Einspeisung, der Schienenverteiler über der Reihe und ein steckbarer Abgangskasten je Rack oder Rackpaar.

Brandschutz: Funktionserhalt und Abschottung

Speist ein Strang sicherheitstechnische Anlagen, verlangt die Muster-Leitungsanlagen-Richtlinie Funktionserhalt: Die Leitungsanlage muss im Brandfall ausreichend lang funktionieren. Nachgewiesen wird das nach DIN 4102-12:1998-11 in den Klassen E 30 bis E 90 oder gleichwertig, und nach der MVV TB 2025/1 braucht eine solche Kabelanlage ein allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis.

Die MLAR nennt Stromschienen nicht ausdrücklich. Fragen Sie deshalb nach dem Prüfzeugnis, das genau das angebotene System in der angebotenen Verlegung abdeckt, bevor die Trasse geplant ist.

Durchdringt die Schiene eine Brandwand oder eine Decke, braucht auch die Abschottung am Stromschienenelement ein allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis, geprüft nach DIN 4102-9:1990-05. Hersteller liefern dafür Elemente mit Brandschutzblock, deren Lage in der Trasse vor der Fertigung feststehen muss.

Funktionserhalt nach MLAR

MindestdauerSicherheitstechnische Anlagen, Beispiele
90 MinutenAutomatische Feuerlöschanlagen, Druckerhöhung für die Löschwasserversorgung, Rauchabzug und Druckbelüftung in Hochhaus-Treppenräumen, Bettenaufzüge in Krankenhäusern, Feuerwehraufzüge
30 MinutenSicherheitsbeleuchtung, Aufzüge mit Brandfallsteuerung, Brandmelde- und Alarmierungsanlagen, Rauchabzug, mit den Ausnahmen der MLAR

MLAR, Fassung vom 10.02.2015, zuletzt geändert am 03.09.2020, Abschnitte 5.3.1 und 5.3.2.

Maßgebliche Normen

NormInhalt
DIN EN 61439-6Niederspannungs-Schaltgerätekombinationen, Schienenverteilersysteme
DIN 4102-12Funktionserhalt elektrischer Kabelanlagen, Klassen E 30 bis E 90
DIN 4102-9Prüfung der Abschottungen, auch an Stromschienenelementen

Angaben für ein belastbares Angebot

  1. Einsatz: Rackreihen, Steigeleitung oder Transformatoranbindung
  2. Bemessungsstrom und Spannung
  3. Trasse mit Längen, Winkeln und Einspeisepunkt
  4. Anzahl und Bemessung der Abgangskästen und ihre Schutzeinrichtung
  5. Kurzschlussstrom und Schutzart
  6. Ob der Strang sicherheitstechnische Anlagen speist, und welche Funktionserhaltsdauer gilt
  7. Brandwände und Decken, die die Trasse durchdringt

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